Autismus Kongress 2024 Mai

Fremde Kulturen lernt man nur wirklich durch authentische Begegnungen kennen. Wenn sie mehr über Autisten erfahren wollen, über unsere Art des Denkens und der Wahrnehmung, dann betrachten sie eine solche Begegnung oder auch eine unserer Veranstaltungen einmal wie eine Reise. 

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Was erwartet Sie?

Eine etwas andere Veranstaltung als vielleicht üblich.

In der Regel werden Veranstaltungen zu Autismus von Personen ausgerichtet, die beruflich mit Autismus zu tun haben. Gerne lädt man dazu auch Autisten ein, die aus ihrer Sicht etwas dazu beitragen.

Wir machen es andersherum.

Zu dieser Veranstaltung laden neurodivergente Personen, die Fachwelt, Menschen mit Autismus und deren Angehörige ein.

Themenschwerpunkt dieser Veranstaltung wird „Ein Leben im Spektrum“ sein. Ein großes Thema, das viele Facetten beinhaltet. Aus diesem Grund haben wir die kommenden drei Termine dieser Thematik gewidmet.
Teil 1 (4. November 2023), Teil 2 (11. Mai 2024), Teil 3 (16. November 2024)
Es macht nichts, wenn Sie einen Termin verpassen, denn alle drei Kongresse haben in sich abgeschlossene Themen, die jeweils alle Altersgruppen anspricht. Auch die häufig gleichzeitig vorhandenen neurodivergenten Verwandtschaften, wie ADHS, ADS, u.a., werden berücksichtigt.
Aus jedem autistischen Kind wird einmal ein autistischer Erwachsener. Weder Autismus noch andere artverwandte Neurodivergenzen wachsen sich irgendwann aus oder lassen sich „wegtherapieren“. Autismus oder ADHS begleitet uns ein Leben lang.
Wir geben darum in jeder Veranstaltung Einblicke in verschiedene Lebensphasen und teilen unsere unterschiedlichen Erfahrungen mit. Von der Kindheit und Schule, über Ausbildung und Beruf, Hilfen und Selbsthilfe, Beziehungen oder das Leben allein, Gesundheit und Resilienz und das Älterwerden.
Ein Leben im Spektrum ist zu jeder Zeit und in jeder Lebensphase ein besonderes und anderes Leben. Es fordert uns, unsere Mitmenschen und die Hilfesysteme in besonderem Maße und benötigt in jeder Phase mal mehr oder weniger Begleitung.
Unsere Referenten sind also ausschließlich Personen, die selbst im Spektrum der Neurodivergenz sind. Autismus oder ADHS, bzw. beide Diagnosen haben. Und sie sind es, die jeden Tag, ihre damit einhergehenden Fähigkeiten und Defizite, sowie die Hürden, innerhalb einer „neurotypischen“ Mehrheitsgesellschaft erleben. Darum sind ihre Sichtweisen und Einblicke wertvolle Schilderungen.

Während der Pausen und Mahlzeiten haben Sie genug Zeit, mit Teilnehmern und Mitgliedern der Selbsthilfegruppen in den Austausch zu gehen. Außerdem werden Sie verschiedene Fachliteratur, Beratung und Informationen, sowie Autobiografien am Büchertisch erhalten.
Den Teilnehmenden steht während der gesamten Veranstaltung die separat liegenden Kapelle, als Ruheraum offen.
Nach den Vorträgen werden wir alle genug Informationen und Anregungen mitgenommen haben und in eine moderierte Gesprächsrunde gehen.  Hier stehen Ihnen alle Referenten gerne Rede und Antwort, auf sicherlich viele Ihrer Fragen.
Lassen Sie sich ein, auf einen Tag mit vielen authentischen Beiträgen aus der Innenansicht neurodivergenter Personen. Lassen Sie sich ein, auf Begegnungen und Perspektivwechsel, die vielleicht am Ende des Tages, Ihre Meinung von und über uns, ein wenig verändert hat.
Gehen Sie mit uns in den Dialog. Reden Sie mit, anstatt über uns.

Wir freuen uns auf einen informativen Austausch.

Die jeweiligen Vortragsthemen, entnehmen Sie bitte dem „Tagesprogramm“, welches Sie anwählen können, wenn Sie auf das Produkt selbst gehen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Tagungszentrum, Möglichkeiten zur Übernachtung oder andere aktuelle Hinweise.

Internationales Evangelisches Tagungszentrum Wuppertal GmbH

Missionsstraße 9 42285 Wuppertal

Beginn der Veranstaltung in

Tage
Stunden
Minuten
Sekunden
Der Kongress findet aktuell statt.

Unsere Referenten

Stephanie Meer-Walter

ist selbst Asperger-Autistin und hat zwanzig Jahre im nordrhein-westfälischen Schuldienst als Lehrerin, Fachberaterin, Moderatorin in der Lehrerfortbildung sowie in der Schulleitung bis hin zur Schulleiterin gearbeitet. Somit hat sie Zugang zu den besonderen autistischen Innensichten, gleichzeitig blickt sie als Lehrerin und auch systemisch auf die schulische Inklusion autistischer Schüler/innen. Als Autorin hat sie bereits hilfreiche und wertvolle Bücher verfasst und betreibt einen eigenen Podcast.

Regine Winkelmann

Nach abgeschlossenem Designstudium 1990 brachte sie vier Kinder zur Welt und widmete sich in dieser Zeit ihren Spezialinteressen, der Kunst, Musik und Medizin. Seit der ersten Buchveröffentlichung 2015 widmet sie sich verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit. Als Referentin und Autorin hält sie Vorträge und Lesungen über Autismus und artverwandte Neurodivergenz aus ihrer eigenen Perspektive als Autistin mit ADHS. Neben verschiedenen Publikationen verfasst sie Videomaterial und organisiert regelmäßig Kongresse, mit dem Ziel, Betroffenen dort eine Stimme zu geben.

Carsten Donath

arbeitete 42 Jahre als Pädagoge und verstand sich zunehmend darauf aus seinem Beruf eine Berufung werden zu lassen. So betrachtete er sich vor allem als Lernwegbegleiter für Schüler-Innen die etwas anders lernen. Dass er vor allem in der Arbeit als ADHS-Coach, Dyskalkulie,- und LRS-Therapeut einen Sinn empfand, liegt sicher an der eigenen Neurodivergenz, die ihm die nötige Sensibilität und Empathie für seine Schützlinge mitgab. Sein heutiges Engagement dient dem Thema Autismus und Alter und wie wichtig dabei eine Gemeinschaft gegenseitiger Wertschätzung ist.

Claudia Dörsch

ist nach technischer Ausbildung und Studium der Wirtschaftswissenschaften in der Industrie als Projektmanagerin tätig. Selbst erst mit 51 diagnostiziert, interessiert sie sich insbesondere für Lebensentwürfe berufstätiger autistischer Menschen und die notwendigen Rahmenbedingungen für eine dauerhafte und erfüllende Berufstätigkeit. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Sichtweise autistischer Frauen und bringt sich in der Selbsthilfe ein.

Dr. Martin Winkler

Als praktizierender Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie berichtet er alltags- und praxisnah. Dass er selbst als neurodivergente Person, die Problematiken kennt, macht seine Darstellungen besonders authentisch. Ohne unsere durchaus vorhandenen Problematiken zu verschweigen oder kleinzureden, weiß er mit Humor und dem nötigen positiven Blickwinkel auf sich selbst und "unsereins", Neurodivergenz, in all seinen Formen, auch als Stärken zu betrachten.

*) Dieses Tagungszentrum vermietet Übernachtungsmöglichkeiten. Dieses Angebot erfolgt nicht durch uns. Preise und Konditionen erfahren sie unter der jeweiligen Webseite des Tagungszentrums.

Gemeinsam mit uns

zu mehr Akzeptanz für Neurodiversität

Das Programm

  • Einlass und Begrüßungskaffee in der Tagungslounge

    In der Tagungslounge werden Ihre Tickets überprüft – Sie gelten damit als “eingecheckt”. Anschließend können Sie gerne bis zum Beginn der Veranstaltung Kaffee, Tee oder einen kleinen Imbiss zu sich nehmen.

    09:30
  • Einlass in den Veranstaltungssaal
    10:00
  • Beginn

    Begrüßung und Hinweise zum Tagungsablauf

    10:30 10:40
  • 1.Vortrag

    Stephanie Meer-Walter

    Ein Leben im Reizgewitter. So fühlt es sich an. Das liegt an der besonderen Wahrnehmung der sensorischen Reize. Sie führt dazu, dass Autist_innen die Welt meist greller, schriller, bunter, lauter, hektischer erleben. Viele autistische Menschen nehmen vor allem auditive und visuelle Reize besonders intensiv wahr. Wie fühlt sich das an? Was hilft, dieses Reizgewitter auszuhalten und mit ihm umzugehen? Ich berichte von meinen Tricks und Kniffen. Die andere sensorische Wahrnehmung lässt sich aber nicht komplett kompensieren und greift tief in das Leben autistischer Menschen ein. Sie bestimmt große Teile ihres Alltags. Sozialer Rückzug und Verzicht auf gesellschaftliche Teilhabe sind unter anderem eine Folge.

    10:40 11:25
  • 2. Vortrag

    Regine Winkelmann

    Medizinische Versorgung und Krankheitsbewältigung

    Für autistische Personen sind Krankheiten und damit verbundene Arztbesuche, Untersuchungen oder Krankenhausaufenthalte oft eine sehr große Herausforderung und eine weitere extreme Belastung. Zudem haben wir eine viel höhere Vulnerabilität – sprich höhere Anfälligkeit – und zwar für sämtliche Erkrankungen. Dafür sind viele Faktoren verantwortlich. Wir werden uns mit einigen davon genauer beschäftigen.

     

    11:25 12:10
  • Mittagspause

    Buffet im Speisesaal.

    12:15 13:45
  • 3. Vortrag

    Claudia Dörsch

    Kommunikation und Interaktion sind für Autist:innen oft erhebliche Herausforderungen. Die Schwierigkeit, nonverbale Signale wie Mimik, Gestik und Körperhaltung zu verstehen, angemessen zu interpretieren oder selbst passend zur Situation einzusetzen, führt für uns Autist:innen in allen Lebenssituationen häufig zu Missverständnissen und Irritationen. Nicht umsonst zählen diese Bereiche zu den Kernkriterien in der Autismusdiagnostik. Ob in der Familie, Schule oder im Berufsleben, es gibt zahlreiche Fettnäpfchen, in die wir treten können. Die vielen ungeschriebenen sozialen Regeln führen zu etlichen Verwirrungen und unabsichtlichem Fehlverhalten.

    13:45 14:30
  • 4. Vortrag

    Dr. Martin Winkler

    (in Vertretung für Dr. Christine Preißmann)

    Die neurobiologischen Struktur des Autismus-Spektrums und wie sie die prädiktiven Fähigkeiten des Gehirns beeinflusst. Des Weiteren wird Dr. Winkler Bezug auf mentale Anforderungen bei aversiven Aufgaben nehmen und auch die Verbindung zu Pathological Demand Avoidance (PDA) erläutern. An PDA wird oft bei Verhaltensweisen gedacht, die durch extreme Vermeidung von alltäglichen Anforderungen und Anfragen gekennzeichnet ist. Wir diskutieren, wie diese Erkenntnisse zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen im Autismus-Spektrum beitragen können.

    14:30 15:15
  • Kaffeepause

    Kaffee und Gebäck in der Tagungslounge

    15:15 16:15
  • 5. Vortrag

    Carsten Donath

    Autismus im Alter: Carsten Donath zeigt Unterschiede zwischen dem herkömmlichen Burnout und dem autistischen Burnout auf. Depressionen im Alter und auch eine Demenz sind immer herausfordernd. Vor dem Hintergrund des Autismus-Spektrums und Neurodivergenz werden weitere Dimensionen erkennbar. Der Vortrag gibt auch einen Ausblick darauf, wie sich Autisten untereinander vernetzen und austauschen können, um den täglichen Herausforderungen besser begegnen zu können.

    16:15 17:00
  • Gesprächsrunde

    Nach kurzem Umbau findet die Gesprächsrunde als Podiumsdiskussion mit allen Referenten statt.

    17:10 18:00